Was genau ist LAIS

LAIS – die allumfassende Art des Lernens …

LAISing leitet sich aus einer Methode ab, die in Russland in der Shkola Akademika Schetinina entwickelt wurde, um das  natürliche Lernen in uns wieder zu erwecken. Dies geschieht, indem nach einer speziellen Struktur das zu Lernende spielerisch erforscht wird.

Das Wort Lais (indogerm.) bedeutet  natürliches Lernen, spielerisch, kreativ, spontan,  voller Neugierde und Begeisterung. In jedem Menschen steckt von Natur aus Forschungsdrang und Lernbereitschaft.

Kinder, Jugendliche, Eltern und  Lais-Interessierte, die das derzeitige Regelschulsystem bereits durchlaufen haben, oder noch mitten drin stecken, können natürliches Lernen (wieder) entdecken und anwenden.  Darüber hinaus bieten wir Interessierten Vorträge an sowie die Module.

Wie funktioniert LAISING in der Praxis?

1. Annahme – Erstkontakt mit neuen Wissensgebieten

Die Annahme erfolgt auf verschiedenen Wegen: durch Übernahme von Schaubildern von erfahrenen Schülern und Schülerinnen – wobei im Wesentlichen die Begeisterung übergeben wird – durch Recherchen in Zeitschriften,Büchern, Internet, durch eigene Forschungen (Experimente, Versuche, Erfahrungen) oder durch Vorträge oder Workshops von Experten oder Expertinnen.

2. Überarbeitung – Wissen zur Erfahrung machen

Im nächsten Schritt fertigt jedes Kind ein eigenes Schaubild an, danach wird in der Gruppe ein gemeinsames Schaubild erarbeitet. Durch individuelle und gemeinsame Recherche verbinden sie Wissen mit der eigenen Perspektive und dem eigenen Leben: mit Erfahrungen, Geschichten, Spielen, Witzen, Rätseln, Aufgaben und Übungen.

Durch emotionale Verbindungen zwischen Unterbewusstem und Bewusstem wird Wissen jederzeit abrufbar. Die Verknüpfung von ineinandergreifenden Stoffgebieten (z.B. Physik und Mathematik) und das selbständige Erarbeiten von herausfordernden Aufgaben machen Lerninhalte lebensnah, sie werden nicht blind übernommen, sondern erforscht und dadurch zur Erfahrung. Die LernbegleiterInnen stellen weitere Perspektiven und Möglichkeiten bereit, sich Wissen anzueignen und können mit Fragen die Lernprozesse der Kinder vertiefen.

3. Übergabe – vom Lernen zum Lehren

Indem das überarbeitete Schaubild nun an Unerfahrene weitergeben wird – von Person zu Person oder von Gruppe zu Gruppe – werden Lernende zu Lehrenden. Dieser Prozess ist essentiell. Eine erfolgreiche Übergabe ist ein emotionales Ereignis, das tiefe Wurzeln schlägt. Es fördert Erkenntnis und Erfahrung und ermöglicht laut Hirnforschung ein späteres Abrufen von 90% des Lernstoffes. Das Übergeben des eigenen Wissens und der dabei entstandenen Begeisterung auf Augenhöhe berührt Lehrende wie Lernende und verbindet sie.

4. Reflexion

Am Ende jedes Tages sowie am Ende einer Lernphase werden sowohl die erlernten Inhalte als auch die Erfahrungen in der Gruppe reflektiert. Jedes Kind kann mit Hilfe des Schaubildes den eigenen Lernfortschritt ermessen und dokumentieren, wobei Eigen- und Fremdwahrnehmung thematisiert werden.

Bedürfnisse und Verbesserungsvorschläge der Kinder werden ernst genommen und können zu Veränderungen der Regeln oder des Tagesablaufes führen. Konflikte werden offen angesprochen. Auch die LernbegleiterInnen können Feedback geben und erhalten von den Kindern ihrerseits Rückmeldung.